CHRONIK 2017

Chorwochenende in Brixen

001 Brixen Chorausflug 2017Unsere herbstliche Chorreise führte uns mit Begeisterung zur Stimmbildnerin Clara Sattler in ihre Wahlheimat Brixen. Die im ladinischen Teil Südtirols dreisprachig aufgewachsene Sängerin und Gesangspädagogin hat sich durch ihre unverblümte, temperamentvolle und bodenständige Art in unsere Herzen gejodelt.
Mit Bus oder Auto reisten die Mitglieder über das kurvenreiche Pustertal an. 
In geselliger Runde und nach rasanter Bergfahrt trafen wir gleich am ersten Abend im Bergbauernhof „Bam  Erschbama“ in Spinges zum Törggelen ein.

 

Wir genossen das umfangreiche Angebot an typischen Speisen wie Gerstensuppe, Kasnocken,  Rippelen, Kochwürsten, Knödeln und Sauerkraut als Hauptgericht, Obst, weiße Rüben,  Minibirnenstrudel, Nüssen, kleinen Krapfen als Dessert und zum Finale die berühmten „Keschtn“ (gebratene Maroni) mit lokalen Weinen.

Aufgelockert wurde das Mahl durch Mathias´ Ziehharmonikaspiel mit  kurzen Tanzeinlagen der Tanzlustigen und unserem Gesang. In klarer Sternennacht und  frischer Bergluft konnten wir unter uns das Eisacktal erahnen. Erst nach Mitternacht fanden wir unseren Weg ins Tal zu unserer Herberge. Trotz des kurzen Schlafes fanden wir uns schon frühmorgens im Vinzentinum  ein. Wir staunten über den festlichen Parzivalsaal, der uns ein bisschen an Harry Potter erinnerte.  Ziel der Reise war, neben einem gemeinsamen Miteinander, die Literatur für unsere kommenden Weihnachtskonzerte zu optimieren. 
Mit viel Spaß, lustigen Bewegungen, Ernsthaftigkeit und klaren Anweisungen gestalteten Clara und Christof den Probentag. Clara vermag es, durch ihren Humor und ihr Lachen unsere großteils mehrsprachige Seele zu erreichen, unser Temperament und unsere Kraft und Stärke hervorzulocken und unsere Ungezügeltheit in fruchtbare Bahnen zu lenken. Wir konnten an diesem Tag viele neue gesangliche Eindrücke und Erfahrungen gewinnen und auch gleich umsetzen. Nach einer gemeinsamen Klangprobe im Brixner Dom bekamen wir eine Führung durch diese Kathedrale, die ursprünglich romanisch gebaut, Teile davon jedoch später  im Barock neugestaltet wurden.  Sehenswert waren die eindrucksvollen barocken Deckenfresken von Paul Troger mit seinem einzigartigen Blau.  

Vom idyllischen romanisch-gotischen Kreuzgang, wo ursprünglich auch der Brixner Markt stattfand,  ist das Fresko erwähnenswert, das den seltsam anmutenden indischen Elefanten Soliman darstellt.  Er war ein Geschenk des portugiesischen Königs an Maximillian II. von Österreich, eine diplomatische Gepflogenheit jener Zeit. Auch das als Weihnachtskarte beliebte Fresko der „Verkündigung Mariens“ konnten wir bestaunen. Ein kleiner Stadtbummel durch die Innenstadt von Brixen, eine architektonische Zeitreise durch die Jahrhunderte,  rundete den Nachmittag ab.
Am Abend trafen wir uns im „Kutscherhof“ zum gemeinsamen Abendessen, den einige von uns im berühmten „Finsterwirt“ abrundeten.

Gleich nach dem Frühstück trafen wir uns zum Einsingen im Chorraum des Domes, danach begleiteten wir die Sonntagsmesse mit unserem Gesang.
Wem bist jetzt noch nicht klar war, dass Brixen ehemals von Fürstbischöfen regiert wurde, erkannte es spätestens, als acht Priester zum Gottesdienst im Ornat erschienen. Die Messe wurde von Kanonikus Dr. Johannes Meßner gelesen, auch hier konnten wir über die unterschiedliche Auswahl der Evangelien nur staunen.

Wir lauschten den harmonischen Improvisationen des international bekannten Dom- und Konzertorganisten Prof. Franz Comploi auf der mit 3335 Pfeifen bestückten Orgel. Den wunderbaren Klang des Domes nutzen wir auch für einige Zugaben für unsere Geburtstagskinder, den Pfarrer und zuletzt für unsere Gastgeberin Clara als Dankeschön. Immer wieder berührend ist es,  die Wirkung der slowenisch-sprachigen Marien -  und Volkslieder unserer Region zu erleben.

Nach  einem kleinen Umtrunk verabschiedeten wir uns von Clara und traten die Rückreise bei wunderbaren Wetter und klarer Sicht durch das Pustertal an.

Irene Kobau

 

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